Mittwoch, 08.12.2004
Grüne Gentechnik/Kennzeichnung - Müller: Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften sehr selten - Verbraucher haben Wahlfreiheit
Diese Bilanz zog Verbraucherschutzstaatssekretärin Emilia Müller heute in Oberschleißheim. "Der Verbraucher muss sich darauf verlassen können, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel auch deutlich gekennzeichnet sind. Nach den aktuellen Untersuchungen sind Kennzeichnungsverstöße in Bayern absolut selten. Damit hat der bayerische Verbraucher die Wahlfreiheit, sich für oder gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel zu entscheiden", betonte Müller. Nach Überprüfung von fast 600 Lebensmitteln durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in 2004 waren nur zwei deklarierungspflichtige Produkte nicht ausreichend gezeichnet. Die 110 untersuchten Futtermittelproben waren ganz ohne Beanstandung.
Milchbaron als Fotografenschreck - Ermittlungen wegen Körperverletzung gegen Deutschlands bekanntesten Milchmann Müller
Der Augsburger Oberstaatsanwalt Thomas Weith bestätigte der Nachrichtenagentur ddp am Dienstag, dass Ermittlungen gegen Müller laufen.
Montag, 06.12.2004
"Wir sichern das Traditionelle"
von Die Fragen stellte Manfred Fischer
Verbraucherministerin Künast will die Artenvielfalt erhalten und den Konsumenten schützen.
Welt am Sonntag: Frau Ministerin, finden Sie in den negativen Reaktionen auf das Gentechnik-Gesetz auch stichhaltige Argumente?
Renate Künast: Nein, wenn dem so wäre, hätten wir das aufgenommen. Nehmen wir mal die Forderung nach einem staatlichen Haftungsfonds, der ja in der Debatte um das Gesetz immer wieder hochkam. Die Haltung, die dahintersteckt, kann ich nicht unterstützen: Gewinne werden privatisiert, und die Verluste sollen sozialisiert werden. Wieso sollte ich Steuermittel für die Absicherung privater Haftungsrisiken ausgeben? Ich kann doch nicht auf der ernsthaft auf der einen Seite über Subventionsabbau reden und auf der anderen Seite neue Subventionen einführen.
Das Haus Künast in Sektlaune
Siebzehn Sorten gentechnisch veränderter Mais dürfen seit September EU-weit angebaut und in den Handel gebracht werden, darunter auch Zuckermais. Der Essbare in Dosen. Regelungen zum Anbau gab es in Deutschland bisher nicht. Seit vergangenem Freitag ändert sich das. Zumindest bis zum ersten Prozess. Mit Kanzlermehrheit hat der Bundestag den Einspruch des Bundesrates gegen das neue Gentechnikgesetz zurückgewiesen und damit die Nutzung gentechnisch veränderten Saatgutes in Deutschland grundsätzlich geregelt. "Koexistenz und Wahlfreiheit" seien damit gesichert, sagt Verbraucherschutzministerin Renate Künast. "Forschungsfeindliches Gentechnikverhinderungsgesetz" nennen das CDU und FDP. Strittig blieben bis zuletzt die strengen Haftungsregelungen und die faktische Unterwanderung der EU-weit festgelegten Schwellenwerte. Auch innerhalb des Regierungslagers. Ruhe kehrt mit dem verabschiedeten Gesetz vermutlich nicht ein. Klagen von Verbänden, Bundesländern und ein Rechtsstreit mit der EU-Kommission scheinen ausgemacht.
Mittwoch, 01.12.2004
Freilandversuche bald unmöglich
Das Unternehmen Gentechnik ist nicht steuerbar
Die Gentechnik, sagt Janice Albert, könnte mittelfristig durchaus ein "Werkzeug" beim Kampf gegen den Hunger sein: "Aber sie ist nur ein Werkzeug. An den Gründen der Armut auf dieser Erde ändert sie nichts." Die aus Rom nach Fulda zur Gentechnik-Fachtagung der "Interessengemeinschaft für gesunde Lebensmittel" angereiste Expertin bei der UN-Welternährungsorganistion FAO spricht klar von ihren Sorgen: Etwa von der drohenden kommerziellen Abhängigkeit der Bauern von den Konzernen, wenn es ihnen unmöglich wird, eigenes Saatgut zu gewinnen. Von einer mangelnden Sicherheitsforschung gerade in armen Ländern. Von fehlender Aufklärung der Farmer, von einem nicht ausgeschlossenen Gentransfer auf Wildpflanzen, von neuen Allergien beim Menschen.
Dienstag, 30.11.2004
GRÜNE fordern Landesregierung auf, gentechnikfreie Felder in Hessen zu unterstützen
Gentechnik gefährdet bäuerliche Landwirtschaft
Die große Mehrheit der Bevölkerung, so BUND, lehnt gentechnisch veränderte Lebensmittel ab, weil deren Risikopotential für die menschliche Gesundheit bisher noch völlig unzureichend erforscht ist. Auch bei der Landwirtschaft gebe es noch erhebliche Skepsis. Die durch die Welthandelsorganisation (WTO) und EU erzwungene Freigabe der Agro-Gentechnik nütze letztendlich nur einer Handvoll multinationaler Chemie- und Saatgutkonzerne, die sich damit eine weitgehende Kontrolle und kommerzielle Ausbeutung der Nahrungsmittelproduktion sichern wollten. Für die heimische , sehr aktive bäuerliche Landwirtschaft und hier insbesondere für die nach Bio-Richtlinien produzierenden Betriebe stellt die Zwangsfreigabe gentechnisch manipulierter Pflanzen nach Ansicht von BUND eine wahrhaft existenzgefährdende Bedrohung dar.
Montag, 29.11.2004
Über die Handelsketten auf "Müllermilch" einwirken
Gegen elf Uhr betreten Greenpeace-Leute in weißen Schutzanzügen den Rewe-Markt an der Möllerbrücke und räumen alle Müller-Produkte aus den Regalen in einen Einkaufswagen. Nebenbei diskutieren sie mit Kunden über die Aktion. "Wir wollen über die Handelsketten auf die Firma Müller einwirken, keine Produkte von Tieren anzubieten, die genmanipuliertes Futter bekommen haben", sagt Martin Sundermann, Gentechnik-Sprecher der Greenpeacegruppe Dortmund. Die Diskussion mit dem Marktleiter verläuft unaufgeregt, die Gruppe verlässt den Laden.
Landwirte haften für Erbgut im Saatgut
Gentechnikgesetz kann in Kraft treten
Donnerstag, 25.11.2004
Greenpeace projiziert Protest-Dia an "Sachsenmilch" -
Leppersdorf/Sachsen, 25. 11. 2004 - Gegen den Einsatz von genmanipulierten Pflanzen in der Milchviehfuetterung protestiert Greenpeace heute frueh an der Molkerei "Sachsenmilch" des Milchkonzerns Mueller in Leppersdorf/Sachsen. Seit fuenf Uhr morgens projizieren Aktivisten den Schriftzug "Muellermilch = Gen-Milch. Mit genmanipuliertem Tierfutter hergestellt" auf ein Werksgebaeude der Molkerei. "Sachsenmilch" ist die groesste Molkerei des Mueller-Konzerns und der groesste Molkereistandort Europas. Mueller hat mehrfach bestaetigt, dass fuer die Herstellung seiner Milchprodukte gentechnisch manipulierte Pflanzen wie Soja und Mais verwendet werden. Greenpeace fordert von Mueller, auf Futter ohne Gen-Pflanzen umzustellen, um so deren Anbau nicht laenger zu foerdern.
Gentechnischer Versuchsanbau in Sachsen-Anhalt beweist Notwendigkeit gesetzlicher Koexistenz-Regelungen
Die Ergebnisse des so genannten Erprobungsanbaus geben unserer kritischen Haltung gegenüber der Agrogentechnik Recht. Insbesondere zeigen sie, wie dringend notwendig gesetzliche Regelungen zur Koexistenz sind. Es ist wichtig, dass das Gesetz jetzt zügig vom Bundestag beschlossen wird.
Landwirte beurteilen Gentechnikdebatte sehr kritisch
Landwirte beurteilen Gentechnikdebatte sehr kritisch
25.11.2004
Meinungsumfrage bei konventionell wirtschaftenden Landwirten
Wenn der Bundestag am Freitag dieser Woche (26.11.) voraussichtlich mit der Mehrheit der SPD- und Grünen-Abgeordneten das Gentechnikgesetz endgültig beschließt, geht eine jahrelange sehr kontrovers geführte parlamentarische Diskussion zu Ende. Inwieweit die Grüne Gentechnik dann wirklich auf deutschen Äckern Realität wird, muss angesichts der mangelhaften Haftungsregelungen bezweifelt werden. Das nicht kalkulierbare Haftungsrisiko ist für über 60 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe die entscheidende Barriere, gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen. Diese Bedenken ließen sich durch einen Haftungsfonds aus der Sicht der Landwirte begrenzen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Meinungsumfrage des Osnabrücker Marktforschungsinstituts ?Produkt + Markt? im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes (DBV).
Gentechnik-Großversuch für Mais in sieben Bundesländern
Gentechnik-Gesetz landet vor Gericht
Berlin - Das Bundesland Sachsen-Anhalt droht mit einer Verfassungsklage gegen das Gentechnikgesetz von Bundesagrarministerin Renate Künast (Grüne). Sollte ihr Gesetzentwurf am morgigen Freitag ohne Nachbesserungen den Bundestag passieren, werde Sachsen-Anhalt von seinem Recht Gebrauch machen und ein Normenkontrollverfahren in Karlsruhe einleiten. Das erklärte der Magdeburger Wirtschaftsminister Horst Rehberger (FDP) bei der Vorstellung erster Ergebnisse eines Erprobungsanbaus mit Gen-Mais.
Samstag, 20.11.2004
US-Patente für den Irak?
Während sich der Blick der Öffentlichkeit auf den täglichen Nachkriegshorror im Irak konzentriert, werden im Hintergrund ausgesprochen wirtschaftsfreundliche Gesetze vorbereitet. So sieht das künftige Patentrecht vor, dass Bauern kein Saatgut von der letzten Ernte zurückbehalten dürfen, wie dies eigentlich der Tradition entspricht.
Mittwoch, 17.11.2004
Milchkonzern Müller nimmt Bestrafungsantrag gegen Greenpeace wegen Verwendung des Begriffes "Gen-Milch" zurück
Neues Kontrollverfahren für Gentechnik in Lebensmitteln
Grüne Gentechnik beseitigt Hunger nicht
Altötting. Kann der Hunger auf der Welt mit der grünen Gentechnik bekämpft werden? Dieser Frage stellten sich vier Referenten aus Südamerika und dem südlichen Afrika in Altötting. Für die zahlreichen Besucher der Veranstaltung von Region aktiv Chiemgau-Inn-Salzach war der Abend ein Ausflug in eine andere Welt. Eine Welt, die sich dann am Ende als gar nicht so viel anders herausstellte und uns näher ist als vielen klar war.
Mit und ohne Gentechnik: Markiert vom Tierfutter bis zum Schnitzel
Bonn, 16. 11. 2004 - Ein neues Verfahren zum Nachweis von herkoemmlichen oder gentechnisch veraenderten Futter-Pflanzen in Fleisch, Milch und Eiern stellt Greenpeace heute mit Vertretern aus Wissenschaft und Lebensmittelwirtschaft in Bonn vor. Die im Auftrag von Greenpeace erstmals an Schweinen angewandte Technik weist im Fleisch nach, welche Futter-Pflanzen die Tiere erhalten haben. Dazu wird das Tierfutter mit einem Marker besprueht, der sich aus einer speziellen Mischung von Wasserstoff- und Sauerstoffatomen zusammensetzt. Die Markierung kann bei anschliessenden Laboranalysen im Fleisch und Blut der Schweine identifiziert werden. Nach Ansicht von Greenpeace ergeben sich mit dem Markierungssystem neue Moeglichkeiten, den Einsatz von Futtermitteln mit oder ohne Gentechnik fuer tierische Lebensmittel zu kontrollieren.
Dienstag, 16.11.2004
Bayer stoppt Gentechnikforschung in Indien
In dem Schreiben heißt es, dass "Bayer CropScience in den nächsten Jahren seinen Schwerpunkt auf die normale Pflanzenzüchtung verlegen" wolle. Alle bisherigen Projekte in Indien seien gestoppt worden. Ein Bayer-Sprecher bestätigte am Freitag den Ausstieg.
Samstag, 13.11.2004
Gentechnik - Greenpeace stellt neues Nachweisverfahren für tierische Lebensmittel vor
Mehr als 80 Prozent aller Gen-Pflanzen gelangen über die Futtermittel in unsere Nahrung. Fleisch, Milch und Eier müssen trotzdem nicht gekennzeichnet werden, auch wenn die Tiere Gen-Soja oder Gen-Mais erhielten. Konsequenz: Die Verbraucher haben keine Wahl.
Greenpeace hat deswegen die Erprobung eines neuen Markierungssystems in Auftrag gegeben, mit dem sich unter anderem die Spur gentechnisch veränderter Futtermittel bis ins Lebensmittelregal verfolgen lässt. Erstmals werden die Ergebnisse und andere mögliche Anwendungen des Markierungssystems auf einer Pressekonferenz vorgestellt.
Freitag, 12.11.2004
Grünen-Antrag gegen Gentechnik gescheitert
Die drei Fraktionen stimmten gemeinsam gegen einen Antrag der Grünen, die einen Verzicht auf Gentechnik in der Landwirtschaft verlangt hatten. Die Grünen hatten die Landesregierung aufgerufen, freiwillige Selbstverpflichtungen der Landwirte zum Verzicht auf Gentechnik zu unterstützen.
Dagegen plädierten SPD und FDP für die Wahlfreiheit und gegen eine Verunsicherung der Verbraucher. Allerdings soll die weitere Forschung kritisch begleitet werden. Die CDU hatte sich dem gemeinsamen Antrag der Koalition angeschlossen.
Quelle:
Südwestrundfunk
Anstalt des Öffentlichen Rechts
Neckarstraße 230
70190 Stuttgart
Direkter Link: http://www.swr.de/nachrichten/rp/2004/11/11/index9.html
Dieser Weblog gehört zu www.gentechnikfreiezone-hessen.de
Montag, 08.11.2004
Gentechnikgesetz kommt durch
Freitag, 29.10.2004
Gentechnikfreie Zone als Marketinginstrument
Nach vielen Protesten und Diskussionen und einer Nacht- und Nebelaktion von Unbekannten, in der der Genmais abgemäht wurde, gab der Konzern das Versuchsfeld in Benkel wieder auf. Das Genmaisfeld verschwand, geblieben sind dagegen die Genmaisgegner. Seit nunmehr fünf Jahren gibt es in Ottersberg den Arbeitskreis für gentechnikfreie Lebensmittel. "Das ist ein Jubiläum, das die Mitglieder nicht nur freudig stimmt", sagt der Biologe Dr. Heribert Wefers, der von Beginn an im Arbeitskreis aktiv ist. Der Grund: "Wer damals glaubte, dass die Arbeit mit dem Verschwinden des Genmaisfeldes beendet ist, der wurde leider getäuscht", sagt Wefers. Ottersberg könnte dabei sogar stellvertretend für viele Orte und Regionen in Deutschland stehen. Die Arbeit sei sogar noch schwieriger geworden, meint der Sprecher des Arbeitskreises.
Donnerstag, 28.10.2004
Weg für Gentechnik-Gesetz ist frei
Mittwoch, 27.10.2004
Hurra: Müller-Milch macht Rückzieher gegenüber Greenpeace
EU-Kommission genehmigt Import einer weiteren Sorte Genmais
Gentech-Panne: Veränderte Raps-Saat in deutschen Äckern
VON JOBST LÜDEKING
Bielefeld/Düsseldorf. In Rapssaatgut eines norddeutschen und eines ostwestfälischen Pflanzenzuchtunternehmens sind offensichtlich Spuren von gentechnisch verändertem Raps (GVO) festgestellt worden, dessen Anbau EU-weit nicht erlaubt ist.
Der Großteil der betroffenen Saatgut-Partien wurde aber bereits bis Anfang September ausgesät und wächst damit seit mehr als sechs Wochen auf den Äckern in Deutschland. Aufgefallen seien die irregulären Beimischungen bei Tests in Sachsen-Anhalt und im Saarland, so NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) gegenüber dieser Zeitung. In Sachsen Anhalt seien im Saatgut des norddeutschen Zuchtunternehmens GVO-Beimischungen von unter 0,1 Prozent, im Saarland beim NRW-Anbieter von 0,05 Prozent GVO festgestellt worden.